Stahl S355J2+N in Futtermischwagen – warum ist er wichtig?

Stahl S355J2+N in Futtermischwagen – warum ist er wichtig?

Stahl S355J2+N gehört zu den Werkstoffen, die für die Herstellung von Bauteilen eingesetzt werden, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Bei ZAMET Futtermischwagen fertigen wir daraus drei zentrale Komponenten des Mischsystems: Boden, Mischbehälter und Mischschnecke. Diese Bauteile kommen direkt mit der schweren TMR-Mischung in Berührung und müssen täglich den Kräften standhalten, die beim Beladen, Schneiden und Mischen des Futters entstehen.

Die Lebensdauer eines Futtermischwagens hängt nicht nur von der Dicke des verwendeten Blechs ab. Ebenso wichtig sind die Stahlsorte, die mechanischen Eigenschaften, die Konstruktion der Maschine, die Qualität der Schweißarbeiten und ein geeigneter Oberflächenschutz. Beim Kauf eines Futtermischwagens sollte daher nicht nur die in der technischen Tabelle angegebene Blechdicke geprüft werden, sondern auch, aus welchem Stahl die wichtigsten Bauteile der Maschine gefertigt sind.

Stahl S355J2+N – was bedeutet diese Bezeichnung?

S355J2+N ist keine Handelsbezeichnung. Jeder Bestandteil der Kennzeichnung enthält konkrete Informationen über die Eigenschaften des Werkstoffs. Es handelt sich um einen Baustahl nach EN 10025-2. Die Bedeutung der Kennzeichnung wird unter anderem durch die von ArcelorMittal und SSAB veröffentlichten technischen Daten bestätigt.

KennzeichnungWas bedeutet sie?
SStahl für konstruktive Anwendungen.
355Die nominelle Mindeststreckgrenze von 355 MPa für den in der Norm festgelegten Bereich geringerer Blechdicken. Dieser Wert ändert sich mit zunehmender Materialdicke.
J2Garantierte Mindestkerbschlagarbeit von 27 J im Charpy-V-Kerbschlagbiegeversuch bei –20 °C.
+NLieferzustand normalgeglüht oder normalisierend gewalzt.

In der Praxis bedeutet dies einen Werkstoff, der hohe Festigkeit, geeignete Duktilität, Kerbschlagzähigkeit bei niedrigen Temperaturen und gute Schweißbarkeit miteinander verbindet. Diese Eigenschaften sind bei der Herstellung von Bauteilen wichtig, die über viele Saisons hinweg wechselnden Belastungen standhalten müssen.

Warum spielt der Werkstoff bei einem Futtermischwagen eine so große Rolle?

Bei der Zubereitung von TMR befinden sich im Futtermischwagen Komponenten mit unterschiedlicher Dichte, Struktur und Feuchtigkeit. Dazu können unter anderem Maissilage, Grassilage, Stroh, Kraftfutter und Mineralstoffzusätze gehören. Die vertikale Mischschnecke bewegt das Material nicht nur, sondern reißt und zerkleinert mithilfe der montierten Messer auch längere Futterbestandteile.

Mischbehälter, Boden und Mischschnecke sind dabei gleichzeitig folgenden Belastungen ausgesetzt:

  • dem Druck einer großen Futtermasse,
  • wechselnden Belastungen beim Starten und Stoppen der Mischschnecke,
  • Kräften, die beim Zerkleinern von Ballen und verdichtetem Material entstehen,
  • Vibrationen und örtlichen Stoßbelastungen,
  • Reibung durch die sich bewegende Mischung.

Der eingesetzte Werkstoff muss daher seine Formstabilität bewahren und das Risiko dauerhafter Verformungen begrenzen. Stahl S355J2+N erfüllt die Anforderungen an die Konstruktion eines modernen Futtermischwagens sehr gut.

Wo verwenden wir Stahl S355J2+N in ZAMET Futtermischwagen?

Bei ZAMET Futtermischwagen fertigen wir Boden, Mischbehälter und Mischschnecke aus S355J2+N-Blech. Jedes dieser Bauteile erfüllt eine andere Aufgabe. Deshalb werden Abmessungen und Materialdicke an das jeweilige Modell, das Fassungsvermögen und die zu erwartenden Belastungen angepasst.

Boden des Futtermischwagens

Der Boden trägt das Gewicht des eingefüllten Futters und die von der arbeitenden Mischschnecke übertragenen Belastungen. An dieser Stelle laufen außerdem die auf das Mischsystem wirkenden Kräfte zusammen. Die richtige Stahlsorte und eine passend gewählte Blechdicke tragen dazu bei, die Steifigkeit der Konstruktion im täglichen Einsatz zu erhalten.

Mischbehälter

Der Mischbehälter, auch als Mischkammer bezeichnet, wird ständig durch die sich bewegende TMR-Mischung belastet. Seine Form beeinflusst den Umlauf des Futters, während der Werkstoff dem Druck der Mischung, Vibrationen und zyklischen Belastungen standhalten muss. Der Einsatz von Stahl S355J2+N verbindet die erforderliche Festigkeit der Konstruktion mit der Möglichkeit, die einzelnen Bauteile präzise zu formen und zu verschweißen.

Mischschnecke

Die Mischschnecke ist das Herzstück eines vertikalen Futtermischwagens. Sie hebt, bewegt, schneidet und vermischt die Bestandteile der Futterration. Während des Betriebs überträgt sie das Drehmoment des Antriebssystems und ist besonders hohen Belastungen ausgesetzt – insbesondere beim Zerkleinern von Stroh- oder Silageballen.

Aus diesem Grund fertigen wir ZAMET Mischschnecken aus Stahl S355J2+N. Konstruktion und Materialdicke werden dabei an die jeweilige Baureihe des Futtermischwagens angepasst. Je nach Konfiguration kann die Mischschnecke zusätzlich mit Schneckenmessern mit Hartmetallspitzen, Sternmessern oder einem Edelstahlband zur Verstärkung der Außenkante ausgestattet werden.

Stahlsorte und Blechdicke – warum müssen beide gemeinsam beurteilt werden?

Die Information, dass der Boden eine bestimmte Dicke besitzt, beschreibt noch nicht die gesamte Konstruktion. Zwei Bleche mit identischer Dicke, die jedoch aus unterschiedlichen Stahlsorten gefertigt sind, können verschiedene mechanische Eigenschaften aufweisen. Gleichzeitig ersetzt eine höherfeste Stahlsorte weder eine fachgerechte Konstruktion noch richtig gewählte Abmessungen des Bauteils.

Bei ZAMET stimmen wir deshalb folgende Faktoren aufeinander ab:

  • die Werkstoffgüte,
  • die Blechdicke,
  • die Geometrie von Boden, Mischbehälter und Mischschnecke,
  • die Anordnung der Verstärkungen,
  • die Schneid-, Biege- und Schweißtechnologie.

Dieser Ansatz ist wichtiger, als sich ausschließlich auf einen einzelnen Wert in einer technischen Tabelle zu konzentrieren. Die Eigenschaften des Werkstoffs müssen mit der gesamten Maschinenkonstruktion zusammenwirken.

Stahl S355J2+N und S235 – worin besteht der Unterschied?

S235 und S355 sind verbreitete Baustahlsorten. Sie unterscheiden sich jedoch vor allem durch die garantierte Streckgrenze. Sie bezeichnet die Spannung, oberhalb derer sich ein Werkstoff dauerhaft verformen kann.

Stahl S355 weist eine höhere nominelle Streckgrenze als S235 auf. Dadurch erhält der Konstrukteur mehr Möglichkeiten bei der Auslegung von Bauteilen, die hohe Lasten aufnehmen müssen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die fertige Maschine automatisch um einen bestimmten Prozentsatz länger hält. Ihre tatsächliche Lebensdauer hängt auch von der Blechdicke, der Geometrie, der Qualität der Schweißverbindungen, der Art der Nutzung und der regelmäßigen Wartung ab.

Aus diesem Grund geben wir bei unseren Futtermischwagen nicht nur die Dicke der wichtigsten Bauteile an, sondern auch die verwendete Stahlsorte.

Bei besonders intensiver Nutzung kann die Mischschnecke zusätzlich geschützt werden – beispielsweise durch ein Edelstahlband an ihrer Außenkante oder Edelstahl-Verschleißbleche auf der Arbeitsfläche. Bei Fragen zur Herstellung, Nachrüstung oder Aufarbeitung wenden Sie sich bitte an unseren Bereich für die Produktion und Renovierung von Mischschnecken.

Welche Vorteile bietet Stahl S355J2+N dem Anwender in der Praxis?

Für einen landwirtschaftlichen Betrieb sind die Symbole auf einem Stahlblech weniger wichtig als die tägliche Leistung der Maschine. Der Einsatz von passend ausgewähltem Stahl S355J2+N für Boden, Mischbehälter und Mischschnecke unterstützt:

  • die Steifigkeit der wichtigsten Bauteile,
  • die Widerstandsfähigkeit der Konstruktion gegenüber wechselnden Belastungen,
  • den stabilen Betrieb des Mischsystems,
  • den sicheren Einsatz auch unter winterlichen Bedingungen,
  • eine gleichbleibende Fertigungsqualität der Bauteile,
  • die Herstellung dauerhafter Schweißverbindungen.

Stahl S355J2+N in ZAMET Futtermischwagen – eine bewusste Materialwahl

Bei ZAMET verwenden wir Stahl S355J2+N für die Bauteile des Futtermischwagens, die unmittelbar an der Zubereitung der Mischung beteiligt sind: Boden, Mischbehälter und Mischschnecke. Werkstoff, Blechdicke und Konstruktion der Bauteile werden gemeinsam passend zum jeweiligen Modell ausgewählt.

Beim Vergleich von Futtermischwagen lohnt es sich daher, nicht nur nach Fassungsvermögen, Leistungsbedarf und Ausstattung zu fragen. Ebenso wichtig ist der Werkstoff, aus dem das Mischsystem gefertigt wurde. Die vollständigen Spezifikationen unserer Modelle finden Sie auf den jeweiligen Produktseiten. Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne, den passenden Futtermischwagen für die Größe des Tierbestands, die Art der TMR und die Bedingungen auf dem Betrieb auszuwählen.

Häufig gestellte Fragen zu Stahl S355J2+N

Was ist Stahl S355J2+N?

Es handelt sich um einen Baustahl nach EN 10025-2. Die Bezeichnung beschreibt unter anderem seine nominelle Streckgrenze, die geforderte Kerbschlagzähigkeit bei –20 °C und den Lieferzustand als normalgeglühter oder normalisierend gewalzter Stahl.

Was bedeutet die Zahl 355 in der Stahlbezeichnung?

Sie bezeichnet eine nominelle Mindeststreckgrenze von 355 MPa für einen bestimmten Dickenbereich. Gemäß der Norm hängt der genaue Wert von der Dicke des Stahlblechs ab.

Was bedeutet J2 in der Bezeichnung S355J2+N?

J2 steht für eine geforderte Mindestkerbschlagarbeit von 27 J im Charpy-V-Kerbschlagbiegeversuch bei –20 °C.

Welche Bauteile der ZAMET Futtermischwagen werden aus Stahl S355J2+N gefertigt?

Aus Stahl S355J2+N fertigen wir Boden, Mischbehälter und Mischschnecke. Dicke und Konstruktion der einzelnen Bauteile hängen von der Baureihe, dem Fassungsvermögen und der Konfiguration des Futtermischwagens ab.

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